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Fastenspeisen – Besinnung auf das Wesentliche

Die Fastnachtszeit ist, was Essen und Trinken anlangt, eine Zeit der "Völlerei". Früher wurden vor der Fastenzeit noch schnell alle Vorräte aufgebraucht, damit sie bis Ostern nicht verdarben. Ab Aschermittwoch waren nur noch einfache Speisen angesagt.


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Ursula Heid

Diplom-Ingenieurin (Haushalts- und Ernährungs­technik)
11. Februar 2013
Bild: (c) detailfoto / clipdealer.com

Was sind Fastenspeisen?

In der Fastenzeit besann man sich auf das Wesentliche. Verboten waren Alkohol, Fleisch und alle aus der Großtierhaltung hergestellten Produkte. Dazu gehörten auch Milch, Käse, Eier und tierische Fette. Das ließ nicht mehr viele Möglichkeiten offen: Getreide, Wasser- oder Biersuppen, Brot- und Brötchenspeisen, Hülsenfrüchte sowie Fisch und Meeresfrüchte. Bei der ärmeren Bevölkerung machte es oft jedoch kaum einen Unterschied, ob Fastenzeit war oder nicht.

 

Das ist erlaubt

Die Fastenspeisen werden in fünf Kategorien eingeteilt: Fastensuppen, Einlagen für Fastensuppen, Fischgerichte, Gemüse und Mehlspeisen. Mit Tricks gelang es den Mönchen, weitere Lebensmittel in den Speiseplan aufzunehmen. So sandten Mönche eine Probe ihres selbst gebrauten Bieres zum Papst, in dem Wissen, dass es bei der Ankunft dort verdorben sein würde. Der Papst kostete und entschied, dass die Mönche dieses "grässliche Getränk" auch in der Fastenzeit trinken dürften. Im Lauf der Zeit lockerten sich die Vorschriften, wichtig war nur noch, dass die Speisen fleischlos waren.

 

Klassische Fastenspeisen

Die Zubereitung ist heute noch so einfach wie damals: Mehl, Graupen, Grieß oder Getreidekörner werden in Fett angeschwitzt, mit Wasser, Brühe oder Milch abgelöscht – fertig ist das Grundgerüst. Gewürze oder Gemüse peppen die einfache Suppe ein bisschen auf.

Ein typisches Fischgericht in der Fastenzeit ist die "Forelle blau". In einem Sud aus Wasser, Essig, Sellerie, Karotten, Petersilienwurzel und Zwiebel lässt man die gesalzene Forelle etwa 1/4 Stunde garen. Mit Gemüse und Kartoffeln kommt sie auf den Tisch.

Typisch für die Mehlspeisen in der Fastenzeit ist der sogenannte "Schmarrn". Ein luftiger Pfannkuchenteig wird bei leichter Hitze zu einem dicken "Pfannkuchen" gebacken und dann mit der Gabel in kleine Stücke gerissen. Die Variante mit Puderzucker, Rosinen und einem Obstkompott ist hierzulande auch als Kaiserschmarrn bekannt.




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