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Aufschneider im Visier – die Kulturgeschichte des Messers (Teil 1)

Das Messer begleitet den Menschen bereits seit der Steinzeit. Jeden Tag nehmen wir es mindestens einmal in die Hand. Grund genug, den vertrauten Alltagsgegenstand einmal schärfer ins Visier zu nehmen.


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Irmingard Dexheimer

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
7. Mai 2012
Bild: (c) birgitH / pixelio.de

Das Schweizer Messer der Steinzeit

Die Karriere des Messers begann vor mehr als zwei Millionen Jahren, als sich unsere Urahnen aus Stein einfache, aber funktionstüchtige Schneidewerkzeuge zurechtschlugen. Sie wiesen immerhin schon eine zweiseitig bearbeitete Schneide auf und hatten eine abgerundete Basis sowie eine Spitze. Sie ließen sich universal einsetzen – zum Hacken, Schneiden und Abschaben. Dies brachte diesen Werkzeugen den Namen "Schweizer Messer der Steinzeit" ein.

Kaum zu glauben: Aus Feuersteinen gelang es den Steinzeitmenschen Klingen herauszuschlagen und durch Hämmern so zu bearbeiten, dass diese die Schärfe eines modernen Skalpells bekamen. Und auch der Messergriff wurde bald erfunden: Die Pfahlbaumesser der Jungsteinzeit bestanden bereits aus scharf geschliffenen Feuersteinklingen und aufgesetzten Holzgriffen.

 

Metamorphose in Edelmetall

Als weiterer Meilenstein in der Kulturgeschichte des Messers erwies sich die Bronzezeit ab 3000 vor Christus. Bronze, fester und leichter zu bearbeiten, entwickelte sich schnell zum universalen Werkstoff, und schon bald verdrängten Bronzemesser die steinzeitlichen Messer. Die Römer liebten Messingmesser, kein Wunder, sie glänzten wie Gold.

Im achten Jahrhundert vor Christus hatten Messer aus Stein, Bronze und Messing ausgedient. Es begann die Erfolgsgeschichte der Eisenmesser.

Zur hohen Zeit der römischen Kaiser erlebte die Tafelkultur einen ersten Zenit. Auf den Esstischen fanden erstmals kleine, zierliche Obstmesser ihren Einsatz. Wertvolle Messer mit kunstvoll bearbeiteten Silbergriffen zeugten vom Reichtum des Hausherrn.




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