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Tee – viel mehr als ein Getränk (Teil 3)

Die chinesische Teezeremonie ist die älteste der Welt und ein wichtiger Bestandteil der dortigen Kultur. Die Chinesen nennen die Zeremonie Pinyin chàví, was wörtlich übersetzt sogar "Teekunst" heißt.


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Ursula Heid

Diplom-Ingenieurin (Haushalts- und Ernährungs­technik)
28. November 2016
Bild: (c) szefei / clipdealer.com

Geschichte

Bereits im Jahr 221 v. Chr. gab es Einnahmen aus der Teesteuer. Zunächst wurde Tee überwiegend als Medizin verwendet. Erst ab dem 7. Jahrhundert n. Chr. hielt er Einzug in die Haushalte der chinesischen Oberschicht und in die Klöster. Dort wurde die Kunst des Teekochens perfektioniert. Im 13. und 14. Jahrhundert erreichte der Tee auch die übrige Bevölkerung. Bis zur Kulturrevolution in den Sechziger- und Siebzigerjahren gab es überall im Land Teehäuser. Als Treffpunkte von Intellektuellen wurden sie damals jedoch geschlossen. Teezeremonien fanden fortan nur noch im Privaten statt.

 

Verschiedene Schulen

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Zubereitungsart durch die Teemeister verändert. Zu Beginn gab es die "Schule des gesalzenen Pulvertees": pulverisierter Tee wurde mit einer Prise Salz aufgekocht. Anfang des 2. Jahrtausends wurde der heiße Tee schaumig geschlagen – der "Schule der geschäumten Jade" entsprechend. In der Zeit, als sich der Tee in der gesamten Bevölkerung verbreitete, war die "Schule des duftenden Blattes" aktuell. Jetzt wurden ganze Teeblätter verwendet.

 

12 Schritte zum perfekten Tee

  1. Wasser kochen und ggf. enthärten.
  2. Teeblätter in den Teehalter geben, dabei die Blätter begutachten und den Duft genießen.
  3. Den Gaiwan, eine Teeschale mit Deckel, und den Krug vorwärmen.
  4. Teeblätter in den Gaiwan geben und noch einmal das Aroma genießen.
  5. Tee "aufwecken" bzw. waschen: kochendes Wasser auf Teeblätter geben und den Aufguss sofort abgießen.
  6. Dieses Wasser zum Wärmen der Teeschälchen verwenden.
  7. Tee aufgießen (auf die Wassertemperatur achten) und im geschlossenen Gaiwan ziehen lassen.
  8. Teeschälchen leeren.
  9. Tee durch ein Sieb in den Servierkrug gießen.
  10. Tee in Schälchen füllen. Nur zu 2/3 befüllen, da das Schälchen sonst zu heiß wird. Wird der Tee direkt aus dem Gaiwan eingegossen, die Schälchen nicht auf einmal füllen. Der Geschmack variiert sonst zu stark.
  11. Den Boden der Schälchen mit dem Teetuch abwischen und dem Gast auf einer Untertasse reichen.
  12. Den Tee verkosten: Zunächst Farbe und Aroma bewundern, dann den Tee schlürfen und genießen. Zum Abschluss das verbleibende Aroma im Schälchen wahrnehmen.

Die Schritte 7 bis 12 werden mehrmals wiederholt. Immer wieder wird der Tee aufgegossen – jeder Aufguss schmeckt anders.

 




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