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Kokosöl – ein Superfood?

Kokosöl erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. Kein Wunder, wird es doch im Internet vielfach als Schön- und Schlankmacher gepriesen. Auch soll es den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Stimmt das tatsächlich?


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Irmingard Dexheimer

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
28. September 2015
Bild: (c) geografika / clipdealer.com

Kokosöl im Trend

Seit ein paar Jahren schwören die Stars auf Kokosöl – sei es für Gesicht und Körper oder zum Kochen. Kokosöl wird in den Grünen Tee oder ins Müsli gemischt. Jetzt ist der Hype aus Übersee auch bei uns angekommen, wie geradezu euphorische Stimmen im Internet zeigen.

Danach soll Kokosöl u. a. für gesunde Cholesterinwerte sorgen und so Herzerkrankungen vorbeugen. Dabei stehen besonders die gesättigten Fettsäuren des Öls aus der Kokosnuss im Fokus.

 

Besonderheit: Laurinsäure

Kokosöl weist einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und insbesondere Laurinsäure auf. Laurinsäure zählt zu den Fettsäuren von mittlerer Kettenlänge und findet sich auch in Mutter-, Kuh- und Ziegenmilch.

Das Bemerkenswerte an Kokosöl ist, dass es den HDL-Spiegel, also das "gute" Cholesterin, erhöht. Walter C. Willet, Mediziner und Ernährungswissenschaftler an der Harvard School of Public Health, hält es für möglich, dass Laurinsäure dafür verantwortlich ist.

Allerdings enthielten Pflanzenöle neben Fettsäuren auch Antioxidantien und andere Substanzen, so dass sich ihre gesundheitliche Wirkung nicht nur aufgrund von Änderungen des Cholesterinspiegels vorhersagen lasse. Kurzum: weitere Studien sind hier noch nötig.

 

Eher ungesättigt

Willet selbst verwendet Kokosöl nur sparsam. Damit befindet er sich auf gleicher Linie wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Diese rät, dem Cholesterinspiegel zuliebe gesättigte Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte zu ersetzen: das heißt ein- bis zweimal pro Woche Fisch essen, statt Schokolade Nüsse knabbern und regelmäßig zu Raps- und Walnussöl greifen. Dafür weniger Fleisch essen und bei Milchprodukten die fettarmen Varianten bevorzugen, lautet ein weiterer Tipp. Damit lassen sich, so die DGE, das LDL-Cholesterin und der Gesamtcholesterinspiegel im Blut überzeugend senken.

 

Zum Abnehmen?

Laut DGE sind mittelkettige Fette, sogenannte MCT-Fette, wie sie natürlicherweise in Kokosöl vorkommen, kein geeignetes Mittel, um langfristig Gewicht abzunehmen. Auch hier scheint es so zu sein, dass weitere Forschungen die Effekte von Kokosöl erst noch erhärten müssen.

 

In der Küche

Natives Kokosöl besticht im Gegensatz zu raffiniertem Kokosfett mit einem dezent nussigen Geschmack. Es ist in vielen Bioläden oder über das Internet erhältlich und bewegt sich – bio und fair produziert – eher im Hochpreissegment.

In der Thai-Küche verleiht es vielen Gerichten das gewisse Etwas. Da es auch bei hohen Temperaturen stabil bleibt, eignet es sich zum Braten, Backen und Frittieren. Frisch aus dem Kühlschrank sorgt Kokosöl für ein angenehm kühles Gefühl im Mund – dies macht es im Eiskonfekt so beliebt.




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