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Übeltäter Fruchtzucker?

Wer nach dem Genuss von Obst, Fruchtsäften oder süßen Brotaufstrichen Probleme im Bauch verspürt, leidet möglicherweise unter einer sogenannten Fruktosemalabsorption.


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Irmingard Dexheimer

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
14. Oktober 2013
Bild: (c) Marianne J. / pixelio.de

Bekanntes Problem

Fruktosemalabsorption, sprich Fruchtzucker-Unverträglichkeit, kommt häufig vor. In Deutschland sind nach Schätzungen zwei von drei Kindern und jeder dritte Erwachsene davon betroffen.

Die hohen Zahlen überraschen. Doch während die Unverträglichkeit früher kaum Beachtung fand, wird sie heute durch verbesserte Diagnostik mittels Atemtest und einem Ernährungs- und Symptomprotokoll häufiger erkannt. Auch haben ein verändertes Essverhalten und Lebensmittelangebot dazu beigetragen, dass der Speisenplan mehr Fruktose enthält und dadurch öfter Probleme verursacht.

 

Eine Frage der Menge

Auch Gesunde vertragen Fruchtzucker nicht in unbegrenzten Mengen. Die physiologische Aufnahmekapazität für Fruchtzucker im Darm liegt zwischen 35 bis 50 Gramm pro Stunde. Soviel Fruchtzucker steckt beispielsweise in zwei großen Gläsern (650 ml) Apfelsaft. Bei diesen Mengen stößt der im oberen Dünndarm gelegene Fruchtzucker-Transporter leicht an seine Grenzen.

Bei Menschen mit Fruchtzuckerunverträglichkeit beträgt die Aufnahmekapazität weniger als 25 Gramm Fruchtzucker. Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme sind die typischen Symptome bei Überschreiten des individuellen Limits.

 

Hier steckt Fruchtzucker drin

Fruchtzucker ist in normalem Haushaltszucker, Obst, Honig und Fruktose-Glukose-Sirup enthalten. Dieser Sirup enthält meist große Mengen an Fruchtzucker.

Tipp: Traubenzucker erhöht die Aufnahme von Fruchtzucker im Darm, daher wird Traubenzucker-reiches Obst wie Bananen häufig besser vertragen. Auch Eiweiße und Fette unterstützen innerhalb einer Mahlzeit die Aufnahme von Fruchtzucker. Zuckeralkohole wie Sorbit senken dagegen die Fruchtzucker-Aufnahme.

 




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