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Von der Küste Neuenglands: Hummer

Hummer ist besonders in Europa eine teure Delikatesse. Die Hummerschwemme, die Nordamerika zurzeit erlebt, ist preislich noch nicht beim Endverbraucher angekommen.


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Ursula Heid

Diplom-Ingenieurin (Haushalts- und Ernährungs­technik)
14. Oktober 2013
Bild: (c) saddako / clipdealer.com

Hummer im Überfluss

Besonders an der Küste vor Maine gab es zur Zeit der Kolonien Hummer im Überfluss. Er galt damals als Arme-Leute-Essen. Man konnte sich die Hummer von Hand fangen. Daher bekamen Gefangene und Sklaven häufig "Lobster" – sein englischer Name – als Mahlzeit vorgesetzt. Angeblich kam es im 18. Jahrhundert bei den Häftlingen fast zu einem Aufstand, um die Forderung durchzusetzen, dass Hummer nur noch vier Mal in der Woche auf den Speiseplan kam.

 

Gattung

Es gibt zwei Arten von Hummern: Der europäische, Homarus gammarus, ist in allen europäischen Meeren (mit Ausnahme der Ostsee) zu Hause, kommt aber relativ selten vor. Der amerkanische, Homarus americanus, wird heutzutage in alle Welt exportiert und lebt in den Gewässern vor der nordamerikanischen Ostküste. Ausgewachsene Hummer sind zwischen 30 und 65 Zentimeter groß und wiegen bis zu sechs Kilogramm. Der schwerste je gefangene Hummer wog etwa 20 Kilogramm.

 

Farbe und Scheren

Da ihre Farbe den Hummern als Tarnung dient, ist sie je nach Lebensraum und Nahrung unterschiedlich. Sie reicht von kräftigem Blau über dunkles Violett bis hin zum seltenen Gelb. Die bekannte rote Färbung nimmt ein Hummer erst nach dem Kochen an.

Hummer erreichen den Verbraucher lebend. Ihre Scheren sind zugebunden, damit sie sich weder gegenseitig noch den Koch verletzen. Ein Kuriosum: Es gibt bei den Hummern sowohl "Rechts-" als auch "Linkshänder".

Hummer wird mit einem speziellen Besteck gegessen. Es besteht aus einer Zange und einer Gabel, die dazu dienen, den Panzer zu knacken bzw. das essbare Fleisch aus den Hummerscheren zu lösen.

 

Fang und Artenschutz

Gefangen werden die Hummer insbesondere in Maine heute noch wie im 19. Jahrhundert. Die "lobster men" legen ihre Fallen aus. Die sogenannten Hummerkörbe sind an der Wasseroberfläche mit einer farbigen Boje gekennzeichnet. Vor der Ostküste der USA wimmelt es daher von den bunten Holzbojen.

Am nächsten Tag werden die Fallen geleert und wieder ausgelegt. Um die Bestände zu schützen, gibt es Mindest- und Höchstgrößen für den Fang. Ebenso müssen Weibchen, die Laich tragen, wieder ins Wasser gelassen werden.




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