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Rheinische Küche – Halver Hahn und Sauerbraten

Die Rheinische Küche hält so manche Leckerei parat. Die bodenständigen und meist deftigen Gerichte werden seit einigen Jahren wieder vermehrt in Wirtshäusern nachgefragt.


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Claudia Zok

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
1. November 2010
Bild: (c) Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Himmel un Ääd

"Himmel" steht in diesem Gericht für die Äpfel vom Baum und "Ääd" für Kartoffeln (Erdäpfel). Die Kombination aus süß-säuerlichen Lebensmitteln und etwas Herzhaftem ist im Rheinland sehr beliebt. Gerne wird zu "Himmel un Ääd" die sogenannte "Flönz" gegessen. Das ist eine gekochte Blutwurst mit kleinen Speckstücken.

 

Rievkooche

"Rievkooche" sind Reibekuchen. Traditionell werden sie aus geschälten und geriebenen Kartoffeln hergestellt. Weiterhin kommen Eier, Zwiebeln, Mehl sowie Salz und Pfeffer zum Teig hinzu. Nachdem alles vermengt ist, werden kleine Fladen in heißem Fett ausgebacken. Serviert werden sie im Rheinland häufig mit Apfelmus oder einer Scheibe Schwarzbrot.

 

Halver Hahn

Wird im Rheinland ein "Halver Hahn" bestellt, sollte kein Geflügel erwartet werden. Es handelt sich um ein Röggelchen zusammen mit mittelaltem, holländischen Gouda (etwa 1 cm dicke Scheiben), dazu Butter, Senf und eventuell noch Zwiebelringe. Röggelchen sind zwei aneinander gebackene, dunkle Roggenbrötchen, die als Paar verkauft werden.

Zur Entstehung des Namens "Halver Hahn" gibt es viele Legenden. Die wohl bekannteste reicht zurück ins Jahr 1878: Ein Mann lud vierzehn Gäste zu seinem Geburtstag ein und versprach ihnen ein Festmahl mit halben Hähnchen. Als der Gastgeber allerdings bemerkte, dass er sich dieses Essen gar nicht leisten konnte, verabredete er mit dem Wirt eine Alternative. Es wurden Roggenbrötchen mit Käse serviert, die fortan den Namen "Halver Hahn" trugen.

 

Rheinischer Sauerbraten

Sauerbraten ist ein deutscher Klassiker, der in vielen Varianten zubereitet wird. Für den "Rheinischen Sauerbraten" wird das rohe Fleisch mehrere Tage in einer Marinade aus Rotwein, Essig, Suppengrün und Gewürzen (Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Nelken, Wacholderbeeren, Rosinen, Senfkörner) eingelegt. Als Fleisch eignet sich dafür ein Stück magerer Rinderbraten. Rosinen und Printen (oder Pumpernickel) sorgen in der Sauce für die leicht süßliche Note und ergänzen das säuerliche Fleisch sehr gut.




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