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Nudeln der Welt (Teil 1)

Die Italiener haben die Pasta erfunden. Richtig? Nein. Die Geschichte der Teigwaren beginnt woanders. Vermutlich nämlich im Nahen und Fernen Osten.


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Anneke Schülein

Master of Science (Haushalts­wissenschaftlerin)
15. Februar 2016
Bild: (c) asmark / clipdealer.com

Typisch asiatisch

Im Jahr 2005 entdeckten Forscher in der chinesischen Stadt Lajia in einem vergrabenen Tonkrug seltsame Schnüre. Diese fielen bei Luftkontakt sofort zusammen und entpuppten sich nach Laboruntersuchungen als 4.000 Jahre alte Spaghetti. Sie waren aus gemahlener Hirse hergestellt worden, ein in der Gegend damals weit verbreitetes Grundnahrungsmittel. Schon im alten China haben die Menschen also aus Getreide und Wasser einen Teig zubereitet, geformt und gegart.

Sehr alte Dokumente belegen weiterhin, dass bereits im 11. und 12. Jahrhundert in arabischen Ländern und in Indien Nudeln zubereitet wurden. Die Araber entwickelten eine Technik, mittels derer Nudeln auf Leinen getrocknet und so haltbar gemacht wurden.

Wie die Nudel letztendlich nach Europa gekommen ist, ist nur unzulänglich überliefert. Bereits die Römer kannten Gerichte aus Nudelteig. Vermutlich ist es so, dass sich die Herstellung von Nudeln an verschiedenen Orten weltweit entwickelt hat.

 

Asiatische Teigwarenvielfalt

Neben Nudelsorten, die in Asien länderübergreifend gegessen werden, haben einige Länder auch ganz eigene Spezialitäten. Weit verbreitet und verschieden geformt sind Nudeln aus Reismehl und Wasser. Es gibt sie schmal und lang (Vermicelli), als Bandnudeln oder als runde Platten für Frühlingsrollen. Auch Weizenmehl-Eier-Nudeln und Weizenmehl-Wasser-Nudeln (Hokkien, Gow-Gee-Hüllen) sind Bestandteil zahlreicher asiatischer Gerichte. Eine asiatische Besonderheit sind die dünnen transparenten Glasnudeln. Sie werden aus Mungobohnen hergestellt.

In vielen Ländern Asiens werden kurz gebratene Nudeln mit viel Gemüse und landestypischen Zutaten als schnelle Straßenmahlzeit angeboten. Gewürzt wird häufig mit Soja- und Fischsauce und gerne auch Chili. Typisch chinesisch sind Wan-Tans, kleine mit verschiedenen Füllungen (Fleisch, Fisch, Krabben, Gemüse) gefüllte Päckchen, deren Hülle aus einem Weizenmehl-Eier-Teig besteht. Diese werden in sprudelndem Wasser gegart. Werden die Päckchen kleiner geformt und dann gedämpft, werden sie traditionell als Dim-Sum zum Tee gereicht.

Koreanische Köche haben sehr dünne Nudeln aus Kartoffeln entwickelt, die nach dem Kochen beinahe durchsichtig und sehr klebrig sind. In Japan werden gerne die landestypischen Nudeln aus Buchweizen (Soba) sowie aus Weizenmehl (Udon, Ramen und Somen) verwendet. Sie sind alle ähnlich wie Spaghetti geformt, weisen aber ganz unterschiedliche Konsistenzen und Geschmäcker auf.




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