Frühlingsrolle – symbolträchtige Teigtasche

Diese im asiatischen Raum verbreitete Spezialität erfreut sich auch bei uns als Vorspeise oder Snack großer Beliebtheit. Die Füllung variiert je nach Region und Geschmack.


Hanna Ritter, Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
www.bewusst-essen.net, 10. Juni 2013


Vorspeise mit Tradition

Traditionell werden Frühlingsrollen zum chinesischen Neujahrsfest zubereitet. Dieses Fest ist das wichtigste Fest des Jahres und wird zu Beginn des Frühlings gefeiert. Der Termin berechnet sich nach dem chinesischen Kalender. Zu dieser Zeit schlüpfen auch die Seidenraupen. Die Form der Frühlingsrollen soll an die Raupen erinnern.

 

Aufwändig in der Herstellung

Da die Herstellung sehr aufwändig ist, werden Frühlingsrollen meist nur zu besonderen Anlässen oder Familienfeiern serviert. Bei der Zubereitung gibt es verschiedene Varianten. Es gibt Füllungen mit Fisch oder Fleisch. Auch vegetarische Füllungen sind bekannt. Die am meisten zubereitete Füllung besteht aus Sojabohnenkeimlingen (alternativ auch Mungbohnenkeimlinge), fein geschnittenem Weißkohl, Karotten, Pilzen, Zwiebeln, Knoblauch und Hackfleisch. Alle Zutaten werden in Sojasauce gedünstet und mit verschiedenen Gewürzen abgeschmeckt.

Die Füllung wird dann in einen speziellen Teig gewickelt und anschließend in der Friteuse ausgebacken. Der Teig zum Einschlagen der Füllung wird aus Weizenmehl hergestellt und trocknet leicht aus. So muss bei der Herstellung darauf geachtet werden, dass der Teig nur portionsweise verarbeitet und immer wieder gut abgedeckt wird, damit er weder bricht noch reißt.

 

In Deutschland meist tiefgekühlt

In Deutschland muss auf Frühlingsrollen nicht verzichtet werden. Man hat die Möglichkeit, diese Spezialitäten selbst zuzubereiten oder vorgefertigt und tiefgekühlt zu beziehen. Da diese Variante bereits vorfrittiert wurde, brauchen die Frühlingsrollen nur noch im Backofen fertig gegart werden.

Die erste Tiefkühlproduktion von Frühlingsrollen entstand übrigens in den 1960er Jahren in Dänemark. Der Chinese Sai-Chiu Van kam Ende der Dreißigerjahre nach Dänemark, um dort Landwirtschaft zu studieren. Die Rückkehr in die Heimat war durch politische Verhältnisse nicht möglich, also blieb er in Dänemark. Aus kleineren Aufträgen für Frühlingsrollen entwickelte sich ein stetig wachsender Betrieb.