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Tischetikette – So hinterlassen Sie einen guten Eindruck

Im frühen Mittelalter waren die ausgefeilten Tischsitten der Antike vergessen. Das Essen wanderte tatsächlich von der Hand in den Mund. Erst als im 11. Jahrhundert die Frauen zu den Mahlzeiten "zugelassen" wurden, änderte sich das.


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Ursula Heid

Diplom-Ingenieurin (Haushalts- und Ernährungs­technik)
9. Mai 2016
Bild: (c) evgenyatamanenko / clipdealer.com

Manche der alten Regeln muten heute etwas seltsam an: "Pass auf, dass keine sechsfüßigen Tierchen an dir herumkrabbeln." Oder: "Auch wenn dir ein Stück deines Tischnachbarn besonders gefällt, nimm es nicht weg." Aber viele haben noch heute Bestand. Insbesondere seit im 15. Jahrhundert die Serviette und etwa hundert Jahre später das Besteck in Mode kamen, wurden die Tischsitten immer weiter verfeinert.

 

Zum guten Benehmen bei Tisch gehört nicht nur das Essen allein. Viele Regeln beziehen sich auf das Drumherum:

 

Vor dem Essen

  • Sparsam mit Düften umgehen. Das Essen soll nicht durch übermäßigen Parfümduft beeinträchtigt werden.
  • Der Mantel gehört an die Garderobe, Handtaschen, Handys und Ellbogen nicht auf den Tisch. Das Handy wird abgestellt. Die Sitzhaltung ist entspannt und aufrecht.
  • Kommt bei Geschäftsessen ein neuer Gast dazu, stehen alle zur Begrüßung auf.
  • Der Umgang mit dem Kellner oder der Kellnerin ist diskret, ein lautes "Fräulein" ist unangebracht. Meist reichen Blickkontakt oder Handzeichen. Um zu zeigen, dass Sie bestellen möchten, schließen Sie die Speisekarten.
  • Die Serviette wird vor dem Essen auf den Schoß gelegt, und zwar als Rechteck gefaltet und mit der gefalteten Seite zum Körper.

 

Währenddessen

  • Begonnen wird erst, wenn der Gastgeber dazu auffordert.
  • Besteck wird von außen nach innen und von oben nach unten verwendet. Es wird zum Mund geführt, nicht umgekehrt.
  • Ist das Essen zu heiß, sollte man warten, bis die Temperatur angenehm ist. Pusten ist eher nicht erwünscht.
  • Möchte man den Salzstreuer oder die Wasserflasche haben, greifen Sie nicht über den Tisch, sondern bitten Sie den Tischnachbarn zu helfen.
  • Genießen Sie Ihr Essen: lassen Sie sich Zeit.
  • Schlürfen, Aufstoßen, Schmatzen oder Flüstern (auch hinter vorgehaltener Hand) sind tabu.

 

Der perfekte Abschluss

  • Sind Sie mit dem Essen fertig, wird das Besteck parallel zueinander auf den rechten Tellerrand gelegt. (Bei einer Pause bleibt das Besteck gekreuzt auf dem Teller.)
  • Bei Verwendung eines Zahnstochers bitte nach draußen oder zur Toilette gehen.
  • Bitte den Kellner beim "Bestellen" der Rechnung darüber informieren, ob eine Einzelrechnung gewünscht oder getrennt gezahlt wird.
  • Wenn Sie mit Essen und Service zufrieden waren, sagen Sie es dem Personal (Jeder freut sich über Lob!) und vergessen Sie das Trinkgeld nicht (fünf bis zehn Prozent). Es wird bar gegeben.

 

Bei all den Regeln darf aber eines nie vergessen werden: Allen soll es Spaß machen – und es soll schmecken. Genießen Sie Ihre Mahlzeit!




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