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Die Mispel – eine vergessene Frucht

Abzugrenzen ist sie – trotz Namensgleichheit – von der immergrünen japanischen Woll-Mispel. Früher war die Mispel ein weit verbreiteter Fruchtbaum, der in vielen Bauern- und Klostergärten zu finden war. Heute ist sie ein wenig in Vergessenheit geraten.


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Ellen Ewen

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
17. März 2014
Bild: (c) sonsam / clipdealer.com

Gut geeignet für Gelee

Der Geschmack der Mispelfrucht ist säuerlich-aromatisch, daher wird sie selten roh gegessen. Besonders gut eignet sich die Frucht aufgrund ihres hohen Pektingehalts für Gelee. Auch Marmelade und Obstwein lassen sich wunderbar daraus herstellen. Vor dem Essen oder der Verarbeitung sollte die Fruchtschale der Mispel entfernt werden.

 

Frosteinwirkung notwendig

Ende Oktober bis Anfang November können die Früchte geerntet werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die raue Schale gelb- bis orangebraun. Die Früchte sind noch steinhart und schmecken sehr herb. Essbar wird die Frucht erst durch Frosteinwirkung oder lange Lagerung, das Fruchtfleisch wird dann weich und säuerlich.

Bei einer Ernte vor dem ersten Frost kann man den Reifeprozess auch selbst einleiten, indem man die Frucht einfach für etwa vier Stunden bei ca. -18 Grad in das Gefrierfach legt. Je nach Sorte ist die notwendige Frosteinwirkung unterschiedlich. Durch die Lagerung werden Tannine und Fruchtsäuren abgebaut, der Zuckergehalt steigt und die Früchte werden weich.

 

Einsatz als Heilpflanze

Aufgrund ihres hohen Gerbstoffgehalts wird der Mispel ein harntreibender und verdauungsfördernder Effekt zugeschrieben. Schon Hildegard von Bingen empfahl sie zur Blutreinigung und allgemeinen Stärkung. Heutzutage wird sie in Russland noch zur Therapie des Morbus Crohn, einer entzündlichen Darmerkrankung, angewendet.




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