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Mann isst anders – Frau auch

"Real men don´t eat quiche" so lautete ein Bestseller-Titel der 1980er Jahre in den USA. Frauen sind nicht nur anders als Männer – sie essen und trinken auch anders. Aber woher kommen die geschlechtsspezifischen Essvorlieben?


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Uschi Buder

Diplom-Ökotrophologin (Ernährungs­wissenschaftlerin)
1. Juni 2009
Bild: (c) greggr / clipdealer.com

Isst Mann mehr?

Männer brauchen ihr Steak, Frauen bevorzugen eher den gemischten Salatteller – Ein Vorurteil? Die Nationale Verzehrsstudie des Bundesgesundheitsministeriums liefert Daten zu dieser Frage:

In den Jahren 2005 und 2006 wurden die Ernährungsgewohnheiten von 20.000 Bundesbürgern unter die Lupe genommen. Männer essen laut der Studie durchschnittlich 166 Gramm mehr am Tag. Besonders auffällig sind die Unterschiede beim Fleisch- und Wurstverzehr. Männer essen doppelt so viel Fleisch- und Wurstwaren wie Frauen – nämlich 103 Gramm täglich. Frauen sind dafür im Obstverzehr an der Spitze, und sie erreichen die Empfehlungen der DGE von 250 Gramm am Tag relativ gut.

Diese Unterschiede sind interessanterweise schon im Kindesalter vorhanden.

 

Isst Mann anders?

Männer haben durch die Unterschiede in Körpermasse und -zusammensetzung einen höheren Grundumsatz und einen höheren Energiebedarf als die Frau. Wegen des geringeren Energiebedarfs muss das weibliche Geschlecht im Allgemeinen Lebensmittel bevorzugen, die mit vielen Vitalstoffen aber weniger Kalorien ausgestattet sind.

In der Forschung untersuchen Soziologen die Nahrungspräferenzen von Mann und Frau. Ihre Ergebnisse bestätigen die vermeintlichen Klischees: Mann bevorzugt Fleisch, davon hauptsächlich rotes Fleisch, sowie herzhafte, scharfe und schwere Gerichte. Frau greift zu Gemüse, Obst, eher weißem Fleisch sowie süßen und leichten Speisen.

 

Ernährung im Wandel der Zeit

Viele Frauen kasteien sich für ihren Körper – Männer essen lustbetont, sagen Soziologen. Schlanksein und Gesundheit werden zwar immer mehr auch zu Männerthemen. Dennoch geben 20 Prozent der Männer an, dass sie nicht kochen – gegenüber nur zwei Prozent bei den Frauen.

 

Was tun?

Bei den Männern ist mehr Offenheit und Flexibilität für Neues auf dem Esstisch gefragt. Aber auch die Frauen können etwas von den Männern lernen: Frauen sollten endlich wieder mehr Freude am Essen gewinnen, sich weniger verbieten und mehr genießen. Dann haben Ess-Attacken auch weniger Chancen!




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